Applikationsformen
Orale Verabreichung
Die orale Hormonersatztherapie ist eine bewährte Therapie, die effektiv wirkt und leicht zu steuern ist, große Akzeptanz bei Patientinnen und Ärzten und eine Vielfältigkeit in der Auswahl der Präparate besitzt.
Haben Sie vielleicht bislang ein orales Kontrazeptivum (die "Pille") eingenommen? Dann haben Sie damit schon Erfahrungen gesammelt. Selbst wenn Sie die Pille nicht gut vertragen haben, ist das kein Grund, auf eine orale Hormontherapie in den Wechseljahren zu verzichten. Denn die dafür vorgesehenen Präparate enthalten "natürliche" Estrogene, die viel schonender sind als Ethinylestradiol - das in den Pillen enthaltene synthetische Estrogen. Vorteil der oralen Therapie: effektiv, bewährt, sicher.
Transdermale Applikation
Eine weitere Darreichungsform bieten Hormonpflaster, die regelmäßig auf Oberschenkel oder Hüfte aufgeklebt werden und gleichmäßige Dosen Estrogen und Gestagen abgeben. Lange Zeit gab es nur reine Estrogenpflaster, so dass Gestagene zusätzlich oral eingenommen werden mußten. Mittlerweile gibt es jedoch kombinierte Pflaster. Der Wirkstoff, der in einem Pflaster enthalten ist, reicht für drei bis vier oder sieben Tage, danach muß das alte Pflaster entfernt und ein neues Pflaster geklebt werden.
Sie können mit dem Pflaster duschen oder schwimmen gehen, ohne, dass sich der Klebstoff löst. Lediglich in der Sauna oder im Dampfbad könnte sich das Pflaster aufgrund der hohen Temperaturen lösen - Sie müßten das Pflaster dann durch ein neues ersetzen. Ihre Frauenärztin / Ihr Frauenarzt wird mit Ihnen sicherlich gerne die verschiedenen Möglichkeiten erörtern und die für Sie richtige Therapie finden.
Vaginale Verabreichung
Wenn Sie besonders mit Scheidentrockenheit und Juckreiz zu kämpfen haben, können Sie estrogenhaltige Vaginaltabletten, Zäpfchen oder Cremes lokal in der Scheide einsetzen. Im Vergleich zu einer oralen Therapie muß bei einer lokalen Anwendung viel weniger Estrogen verabreicht werden. Zusätzlich zu Vaginaltabletten, Cremes und Zäpfchen werden auch Vaginalringe angeboten, die in die Scheide eingelegt werden und für circa 3 Monate gleichmäßig Estrogen freisetzen. Auch bei dieser Möglichkeit werden Beschwerden wie Trockenheit der Scheide, Juckreiz und Harninkontinenz gelindert. Es muß beachtet werden, dass jegliche vaginale Therapie wie Cremes, Zäpfchen oder Vaginalring nicht helfen, Osteoporose vorzubeugen.
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